Wachstumsschub

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„Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern.“ – Rumi

Das ist die Essenz meiner vergangenen Krise.

Es fiel alles wie ein Dach über mich zusammen, und es erstand beinah ein Dachschaden. Ich bin von all den Ereignissen um mich herum einfach nur durchgedreht. Es war schlicht und einfach zu viel. Es war nicht nur ein ununterbrochener Nachrichtenflut und zu viele abgedrehte Verschwörungstheorien, es waren Menschen. Menschen, die ich kannte, dachte ich. Menschen die einfach genauso abgedreht gewesen sind, wie die Welt. Von gestern auf heute musste man sich neuen Umständen anpassen und das tat ich. Das taten die meisten. Was uns in solchen Situationen entgleitet, ist das Zwischenmenschliche. Ja, darüber habe ich bereits geschrieben und ich wusste, es kommt eine Überraschungswelle auf mich zu.

Ja, abgecutet von der Familie bin ich, seit ich in Deutschland lebe. Doch jetzt sollte nach zwei Jahren ein ersehntes Wiedersehen mit meiner Schwester stattfinden. Abgeschrieben.

Ja, Urlaube kann man nachholen, doch wenn man schon dafür geistig und körperlich bereit war, weil es an der Zeit ist sich Ruhe zu gönnen, stützte ich mich noch mehr über Kopf in die Arbeit. In neue Arbeit, übrigens. In Online-Schulungen, von heute auf morgen. Es ist noch mal eine andere Hausnummer, als Online Yoga Kurse zu geben. Besonders, wenn du dafür weder gebrieft wirst, noch einen Plan der Vorgehensweise bekommst.

Mein Nachbar hat unwissentlich meinen Kater über Nacht in seiner Garage eingesperrt und wissentlich hat sich geweigert ihn da raus zu holen. Die Polizei konnte mir nicht helfen. Aber die Polizei kommt gerne vorbei, wenn jemand zu laut ist. Am nächsten Morgen, nach einer schlaflosen Nacht, gefüllt mit Meditation und Weinen, habe ich Katerchen mit der Feuerwehr aus der Garage befreit. Die Feuerwehr hat lange am Telefon meine Aussage angezweifelt. Ob es daran liegt, dass Menschen so was nicht tun?

Ah ja, da war noch eine kranke Liebe! Die mir schon längere Zeit meine Energie und Ruhe stielt. Es war schon lange an der Zeit sich davon zu befreien. Schade, dass ich immer noch nicht entdeckt habe, wo der Knopf „Los lassen JETZT und für IMMER“ sich befindet.

Selbständigkeit. Es ist selbst und ständig. Aber hey, jetzt auf einmal, musste ich, wie Millionen andere Menschen auf der Erde einfach ins Nichts blicken und voller Zuversicht eingesperrt zu Hause bleiben.

Also, überflutet mit Gefühlen und Gedanken, begleitet von mangelnden Zeit, habe ich einen Break Down gehabt. Keine sozialen Netzwerke. Keine Kontakte in echt, das war sowieso von der Regierung empfohlen. Also habe ich nach innen geblickt. Ich habe meine Gefühle wahrgenommen und erlaubt ihnen zu sein. Ich habe sie beobachtet. Ich habe meine Gedanken sortiert. Ich habe Menschen sortiert und denen erlaubt Menschen zu sein. Mit ihren Schwächen und Stärken. Ich habe Mir erlaubt ein Mensch zu sein mit der Schwäche an Menschen zu glauben, und meine übermäßige Empathie zu meiner Stärke gemacht.

Stille hat mich getragen. Kreativität hat mich entfaltet. Meditation hat mich geerdet. Schlaf hat mich geheilt. Und hier bin ich – ich möchte nicht mehr die Welt verändern. Damit war ich in die Yoga Szene entschlossen vor vier Jahren gekommen. Ich möchte mich ändern. Ich ändere mich und das tat ich schon immer, aber vermutlich noch nie so bewusst wie jetzt. Hier bin ich, Viktoria 2.0

Das berüchtigte „Go with the Flow“

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In meinem letzten Blog schrieb ich am Ende „Vertrauen“.

Per Duden Definition: „festes Überzeugtsein von der Verlässlichkeit, Zuverlässigkeit einer Person, Sache.“ Was uns zur nächsten Definition von „Überzeugung“ führt: „feste, unerschütterliche [durch Nachprüfen eines Sachverhalts, durch Erfahrung gewonnene] Meinung; fester Glaube.“ Wie wäre es mit einer festen Überzeugung zu leben, dass das was gerade geschieht einen Sinn hat?

So, wenn in kritischen Situationen, wo Alles (oder das Meiste) aus der Kontrolle gerät, würde ein Europäer eher in Panik verfallen, ein Buddhist (oder Anhänger fernöstlichen Philosophien, zum Beispiel ein Yogi) würde sich zurück lehnen und sagen: „entspann dich“. Genau deswegen, weil alles außer Kontrolle gerät, entspann dich. Du kannst nichts ändern, also bewahre dein Geist im entspannten Zustand.

Das berüchtigte „Go with the Flow“ endet bei den Meisten, wenn sie abseits der Yoga Matte sich befinden, oder wenn der Flow schlicht und einfach eigene Wendungen einnimmt. Doch die Kontrolle an sich existiert gar nicht. Es sind verzweifelte Versuche aus dem Wasser Sahne zu schlagen, doch Wasser bleibt Wasser. Warum wollen wir glauben immer etwas bewirken zu müssen und zu können?

Zunächst führen die Worte „loslassen“ oder die Aufforderung los zu lassen uns in die Irre. Können wir wirklich etwas los lassen? Wohl kaum. Wenn es so weit ist, wenn die Lehre vollständig vollzogen ist, dann tritt die Leichtigkeit und wir glauben los gelassen zu haben. Doch in Wahrheit waren wir es nicht, die aktiv los gelassen haben, sondern ein Menschen, eine Situation etc. hat sein Zweck erfüllt. Jetzt ist es fort. Dann geht es zur nächsten Herausforderung, dann geht es zur nächsten Übung, zum nächsten Level. So lange die Lehre nicht erfolgreich ist, wird sich jeder Umstand nur wiederholen. Die Menschen werden dein Leben nicht verlassen. Das Neue wird nicht eintreten. Egal wie sehr du dich ansträngst und wiederholst „ich lasse los“, egal wie sehr du dir es wünschst und das Neue in dein Leben einlädst. Also, was bleibt da übrig? Vertrauen. Vertrauen dem Prozess.

Lernen ist ein Prozess. Auch diesen wirst du nur sehr bedingt Beschleunigen können. Denn selbst, wenn deine Achtsamkeit dir es ermöglicht, die Aufmerksamkeit auf die aktuellen Prozesse in ihren ganzen Glanz und Tiefe zu richten, du wirst es nicht viel beschleunigen können. Dein Gehirn braucht Zeit um die neuen Synapsen Stränge aufzubauen. Es braucht Zeit zu lernen dieses zu nutzen und nicht die bewährten alten Wege zu gehen. Ja, du kannst deinem Gehirn helfen durch achtsames Umgehen schneller die neuen Wege zu verfestigen, aber bis es gelernt hat, sich für die neuen Synapsenkombinationen zu entscheiden, dauert es. Also, wird es ein Prozess sein und dieser ist unumgänglich. Es ist wahrscheinlich in diesem Prozess das Vertrauen zu verlieren und das Gehirn freut sich umso mehr sich nicht anstrengen zu müssen. Immer wieder kehrt es gerne zu alten Denkmuster.

Nimm aus dieser Formel Achtsamkeit und Selbstreflektion raus und du wirst einen unglücklichen Menschen bekommen, der gerne in der Opferrolle seines ganzen Lebens weilt. Addiere dazu Glaube an Kontrolle und du hast ein frustriertes Opfer. Wenn man bedenkt, dass unser Gehirn nichts anders tut, als immer wieder eigene Überzeugungen zu bestätigen und damit immer wieder dieselben Synapsen Stränge abzurufen, wodurch die selektive Aufmerksamkeit entsteht, haben wir noch die selbsterfüllte Prophezeiung in dem Cocktail dazu.

Kein Wunder, dass ein Buddhist sich in der Krise entspannt zurück lehnt. Wohl wichtig zu bemerken, dass es nicht um eine Untätigkeit geht. Vielmehr um die Bewahrung des bewussten Fokus. Stell dir nur einen Moment vor, was für Aufnahmen würde dir eine Kamera liefern, wenn du den Fokus nicht richtig rückst. So sieht auch deine Realität aus, wenn du in kritischen Situationen dein Fokus verlierst. Das passiert wenn du aus deiner Mitte rausgehst. Wenn du den Fokus verlierst, nimmt dein Gehirn nur zu gerne alte Bekannte Wege. Wenn du in Panik bist, gibt es keine Zeit bewusst sich zu entscheiden, die alten bewährten Wege werden genommen.

Vermutlich einzig Illusion ferne legitime Vorstellung von der Kontrolle ist, wenn es um die Kontrolle des eigenen Geistes geht. Um Verwirrungen gleich aus dem Weg zu räumen, wenden wir uns den zwei Definitionen dessen. Eine ist eine dauernde Überwachung, Aufsicht, der jemand oder etwas untersteht. Diese bezieht sich eben auf den Geist. Diese sollten wir praktizieren. Wir sollten den Geist überwachen, einen inneren Aufsichtsmeister einstellen, der uns über Geistesfluktuationen treu berichtet. Doch er braucht Raum und Ruhe, sonst flüchtet er in die tiefste sicherste Ecke und schließt sich da ein.

Die andere Definition lautet: „Herrschaft, Gewalt, die man über jemanden, sich oder etwas hat.“ Die ist irreführend. Wenn wir glauben, dass mit Gewalt etwas anderes als Gewalt zu erreichen sei, dann blicken wir in die Geschichte der Menschheit zurück und vergewissern uns. Es war noch nie der Fall!

Das Vertrauen ist möglich. Das vertrauen ist nötig. Es ist eine sanfte Art die Wirklichkeit zu beeinflussen, aus dem Inneren heraus. Durch die Lenkung des Geistes in das Vertrauen, in die feste Überzeugung, dass alles seinen Gang hat, dass du ein Teil des Ganzen bist und dich immer am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt befindest, erlaubst du dem Universum, für dich die beste mögliche Version der Realität zu gestalten. Wenn ein Wiederstand in dir aufkommt, wenn du glaubst, dass diese Philosophie weit von der Realität entfernt ist, dann erlaube dir einen Blick zurück und beantworte dir ehrlich die Frage: „Gibt es etwas sinnfreies in deinem Leben?“ und ich wette so ist es nicht. Dass dir vielleicht die Lehren des Universums nicht gefallen haben, kann gut sein. Dass du die Lektionen immer noch nicht gelernt hast, a.k.a. „nicht los gelassen hast“, auch das ist möglich. Aber einmal, nur ein einziges Mal, begib dich in den Flow, voller Vertrauen, Go with the Flow.

From the bottom of my heart…

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Ich habe sehr lange vor mich hergeschoben, etwas zu dieser kritischen und vor allem sehr seltsam ungewöhnlichen Situation zu sagen. Die Entwicklungen der letzten Tage, ja nicht Wochen, sind rasant und der Geist kommt nicht nach. Kennst du es, wenn du sehr weit reist und am Ziel angekommen spürst du trotz körperlicher Anwesenheit, wie dein Geist noch nachkommen muss? Es braucht Zeit um sich wieder neu zu orientieren, sich wieder mit dem Körper zu vereinen. So läuft es momentan. Während COVID-19 bereits in den entferntesten Gebieten der Erde angekommen ist, braucht mein Geist immer noch Zeit um mit der aktuellen Situation zur Recht zu kommen. Das Schlimme ist, dass wir erst am Anfang einer neuen Ära stehen und können trotz der Prognosen, nur mit den Schultern zucken und mit weit geöffneten Augen in die unbekannte zukünftige Weite schauen. Wie viele werden in dieser Ferne ankommen?

Ich habe mir fest vorgenommen nichts zu dramatisieren, qualifizierte Nachrichten zu verfolgen und Schlüsse bloß aus zuverlässigen Quellen zu ziehen. Doch es gibt eine Seite des Geschehens – persönliche, die kann man schwer wegschieben, und sich davon zu distanzieren ist wesentlich schwerer, als von der ganzen Menschheit für die Prävention. Die Nachrichten von der ganzen Erde erreichen mich täglich auf allen Kanälen. Und sieh da – neben dem Virus und seinen Gefahren gibt es noch eine andere Seite – soziale. Ja, ich sehe (zu Recht) die Besorgnis um den Wirtschaftsstand, als Selbstständige habe ich es sofort erfasst, als all die Yoga Studios zugemacht haben: keine Kurse, Workshops, Ausbildungen, wovon soll man leben? Aber ich komme aus einem Land und einer Vergangenheit mit großer Erfahrung an einem Existenzminimum zu leben. Ich weiß was für Auswirkungen auf sozialer Ebene der Gap zwischen den Wohlhabenden und den Außengruppen hat. Dies macht mir am meisten Sorgen.

Die stornierten Urlaube, wovon ich selbst betroffen war, unerfüllte Träume oder temporär gebrochene Pläne ist nur ein sanfter Beginn. Doch bereits hier zeigen viele ein Ausmaß an Ungeduld und Wut. Dazu kommt, dass jeder erst Schritt für Schritt die COVID-19 Entwicklungen mitbekommt und somit rasten wir nicht gemeinsam aus, sondern immer wieder in Wellen. Je nachdem welche Nachricht wen auf welchem Wege erreicht. Während ich vor ein paar Tagen fassungslos da saß, weder Meditieren noch überhaupt tief atmen konnte, waren ein paar Freunde von mir noch recht unbesorgt und sahen mich als die „verrückte“, die voll zu Drama neigt an. Heute, nach dem ich angefangen habe, mich mit der Situation abzufinden, geschahen im privaten Umfeld der anderen ein paar „Eye Opener“ und schon rasten sie aus. Ich kann leider keine Unterhaltungen mit denen führen. Menschen, die sich als meine Mind-Verbündete, Soulmates und Gleichgesinnte angefühlt haben; Menschen, denen ich vertraute und auf die ich mich verlassen konnte. Sie stoßen ab, verletzen, sie verzerren die Realität und reagieren völlig inadäquat.

Es ist selbstverständlich, dass wir nie mehr zu der Normalität zurückkehren werden, die wir als „Normalität“ früher wahrgenommen haben. Laut RKI werden die Einschränkungen ca. für zwei Jahre bestehen bleiben, außer wenn ein Impfstoff gefunden wird, was nicht vor dem 2021 zu erwarten ist. Also werden wir eine neue „Normalität“ kreieren. Diese Zeit der Isolation ist der beste Weg zur Splittung und es erfordert viel Bewusstsein, viel mehr denn je, dem entgegen zu wirken. Emotionale Intelligenz ist gefragt und die Skills kann jeder entwickeln!

Yoga ist genau darüber – die Einheit wieder zu finden, und nicht nur zwischen dem Körper und dem Geist, worauf es oft reduziert wird, sondern die Einheit mit dem Ganzen zu erfahren. Mitgefühl suchen sich die Buddhisten aus, als den Weg um der Einheit näher zu kommen. In dieser neuen komplexen Zeit, in der Transformation, wo noch kein Zentrum sichtbar ist, um von den räumenden Kräften nicht weg geschleudert zu sein, soll man unbedingt sich immer wieder selbst zentrieren, ein Eigenes Zentrum suchen und dorthin immer wieder zurückkehren. Dort die Ruhe kultivieren, das Vertrauen wachsen lassen und sich davon nähren. Menschen, die sich von der außen Welt unaufhörlich abgelenkt haben, werden jetzt, wo sie gezwungen sind nach innen zu blicken, sich verloren fühlen. Sie werden ihr Inneres erblicken und wer weiß was sie dort finden, denn die meisten kennen sich selbst nicht. Sei gütig zu diesen Menschen. Erlaube diesen Menschen ihre Ängste, Wut und Verzweiflung auszuleben. Das sind die zerrenden Kräfte, die dich demnächst am meisten aus der Bahn werfen werden. Wenn deine geliebten Menschen Gutmütigkeit, Geduld, Mitgefühl, Dankbarkeit und Verzeihung vergessen werden. Wenn deine geliebten Menschen den Platz für die Angst räumen und die Liebe wegschieben werden. Wenn du glaubst Yoga praktiziert zu haben, dann ist das die Zeit in der du die Früchte deiner Praxis ernten und diese mit anderen teilen darfst. Verletze nicht mit voreiligen Schlüssen und unvorsichtigen Floskeln. Sei wahrhaftig mit anderen, insbesondere mit dir selbst, um möglichst früh dein Handeln in die richtige Richtung zu lenken. Beherrsche dich in deinem Konsum und lerne zu Teilen. Kümmere dich um deinen Körper – halte ihn rein und fit! Übe dich in Zufriedenheit – es ist nicht das Ende der Welt, es ist das Ende der Welt vor COVID-19. Diszipliniere dein Geist – sei dir deiner Gedanken bewusst und lass dich nicht aus deiner Mitte wegwerfen. VERTRAUE.

Tägliche Routine für Jeden

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Hi, ich möchte dir dein Alltag etwas leichter machen. Es spielt keine Rolle ob du jemals Yoga gemacht hast oder überhaupt davon eine Vorstellung hast. Die folgende Übungen kann jeder ausführen und du brauchst dafür keine Vorkenntnisse oder Erfahrung. Ja, du brauchst dafür nicht einmal viel Kraft oder Ausdauer, nur den Wunsch deinem Körper einen Moment liebevolle Aufmerksamkeit zu schenken.

Starte in der Kindeshaltung. Du kannst die Arme nach vorne oder nach hinten ausstrecken. Nimm dir Zeit um im Hier und Jetzt anzukommen, einfach nur 5-10 Atemzüge lang, um den Körper zu spüren und sich zu erden.

Komm in Vierfüßler Stand, spreize weit die Finger, stelle die Hände schulterbreit auf, so dass die Handgelenke unter deinen Schultern stehen, währen die Knie unter der Hüfte. Du schaffst dir damit ein gutes Fundament.

Atme ein und mach deine Bauchdecke lang, schau nach oben, zieh die Schulterblätter zusammen, angenehmer Hohlkreuz ist erlaubt.

Atme aus, drücke dich weg vom Boden, soweit, dass du spürst wie Schulterblätter auseinander gehen, zieh bauch rein und mach dich so rund im Rücken wie du kannst.

Wiederhole die Übungen in achtsame Abwechslung ca. 10 mal. Die Übungen sind simple und effektiv um den Rücken zu mobilisieren und zu lockern.

Stell einen Fuß vor und schau, dass hier dein Knie über dem Sprunggelenk bleibt, während die Hüfte auf der anderen Seite sich sanft Richtung Boden neigt. Genau diese Stelle interessiert uns in der Übung. Es ist dein Hüftbeuger, den wir hier beabsichtigen zu dehnen und zu entspannen. Seine Verkürzung führt oft zur unerwünschten Schmerzen im unteren Rücken.

Du hast die Wahl: bleibe auf deinen Händen oder komm tiefer auf die Unterarme. Wichtig ist, dass du voller Achtsamkeit und liebevoller Zuwendung dem Körper gegenüber bleibst. Es bringt gar nichts, wenn du an deine Schmerzgrenze gehst. Bleibe hier ca. 10 Tiefe Atemzüge.

Dann langsam strecke vorderes Bein durch und zieh die Fußspitze zu dir ran. Spann den Oberschenkel an und strecke den Rücken lang. Auch hier verweile ca. 10 Atemzüge. Wenn dein Bein nicht ganz durchgestreckt bleibt, mach dir keine Gedanken, strecke lieber den Rücken lang. Sobald du angenehme Dehnung hinten im Oberschenkel spürst, ist das Ziel erreicht. Wir möchten den Beinbeuger strecken. Auch seine Verkürzung ist oft eine Ursache für den unteren Rückenschmerzen.

Die letzten zwei Übungen können auch verbunden werden, indem du mit der Ausatmung sanft die Hüfte zum Boden bringst, während mit der Einatmung wieder das Bein vorne streckst. Wiederhole es mindestens 10 mal.

Diese Übungen dürfen zu der täglichen Routine werden. Es nimmt maximal 15 Minuten in Anspruch. Solltest du diese für sich selbst nicht finden können, dann läuft in deinem Leben etwas extrem falsch. Ich wünsche dir viel Spaß und Vergnügen damit!

Lass mich wissen wie geht es dir dabei?

Armbalancen – gefürchtet, begehrt, bewundert und ja, trainiert! Kein Armbalance Akt wird dir einfach so passieren. Doch würde ich die Name eher in Handbalance ändern, da die Hände sind es die in erster Linie den Balance leisten. Während wir als Erwachsene es für absolut selbstverständlich halten auf den Füßen zu laufen, sieht es mit den Händen etwas anders aus. Ich erinnere jedoch gerne meine Schüler daran, dass man auch auf den Füßen Balance zu leisten zu seiner Zeit auch lernen musste. Wir haben es nur vergessen. Wie oft sind wir hingefallen, wie oft mussten wir von vorne anfangen.

Als Erwachsener haben wir da und hier andere Sorgen. So ich, als ich frisch nach der Trennung total zerstört und verloren da stand, und musste mich heran tasten um den sicheren Boden unter der Füßen zu kriegen, war Yoga wie immer eine Therapie. Und ich wusste sofort womit ich mich therapieren werde. Unter anderem war der Entschluss da – Armbalancen! Sie lehren Einen so vieles!! Ausdauer, Achtsamkeit, Körperbewusstsein, Stärke, sowohl geistig, als auch körperlich, Disziplin, aber das aller wichtigste war für mich – sie erhöhen das Selbstbewusstsein!

Wisst ihr wie viele Redewendungen es über die Füße gibt? Eine Menge! „Auf festen Füßen stehen“, „Festen Boden unter der Füssen spüren“, „Mit beiden Füßen (fest) auf der Erde/im Leben/auf dem Boden stehen“, „Auf seinen eigenen Füßen stehen“ oder „festen Fuß fassen“. Gemeinsamkeit ist deutlich, sie alle suggerieren – Sicherheit, Vertrauen, Stärke und Erfolg. Was ist mit den Händen? Da gäbe es „In festen Händen sein“ – was wohl weit von Freiheit, Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein und ähnl. ist. Die Hände können jedoch einiges über das Festhalten! Sobald du beginnst die Armbalancen zu üben, wirst du merken, wie dein Selbstbewusstsein wächst und damit ganz vieles sich verändern wird.

Selbstbewusstsein wird umgangssprachlich oft mit dem Auftreten des Menschen diskutiert, dies ist jedoch nicht das, worum es hier geht. Es ist cool, ohne Wenn und Aber, auf einer Party sich mit Menschen in einem Handstand stehend zu unterhalten, aber hier geht es um andere Tiefen. Selbstbewusstsein im Sinne des Erkennens der eigenen Persönlichkeit und Spüren von Vertrauen, Zuversicht, Sicherheit und Gewissheit. Doch als ich mich auf die Armbalancen voller Enthusiasmus gestützt habe, musste ich sehr bald feststellen, dass auch hier das Fundament ist das wichtigste. Und worauf war ich gestützt? Natürlich auf meine Hände! Es ist so wichtig sich explizit um die Hände zu kümmern – um die Stärke der Finger und Handgelenken, auch deren Flexibilität zu erhalten. Es gibt bei mir keine Yogastunde ohne, dass ich explizit auf die Hände eingehe. Ich weiß, viele trainieren auch selbstständig und ich wollte unbedingt ein paar simple Übungen mit euch teilen, damit der Wandel schmerzlos und sicher verlaufen kann. Damit du auf deinen eigenen festen Händen stehen kannst!

Wir starten in dem Vierfüßler Stand. Die Handgelenke sind unter den Schultern, während die Knie unter der Hüfte. Die Finger sind weit gespreizt. Involviere die Finger in die Arbeit, spüre wie kraftvoll der Griff sein kann.

Fange an sanft und achtsam dein Gewicht vor zu verlagern, dass die Schultern über die Handgelenke kommen.

Wiederhole es ca. 10 Mal.

Wenn du es verstärken magst, stell die Hände andersrum, mit Fingerspitzen zu deinen Knien und verlagere dein Gewicht langsam zurück, bis du angenehme Dehnung im Handgelenk erfährst.

Jetzt möchten wir das Handgelenk auf der anderen Seite etwas dehnen. Hierfür lege die Hände auf den Handrücken auf und rolle über den Handrücken mit leichten druck in die Finger. Die Finger selbst bleiben aber auf dem Boden. Je mehr Druck du dabei abgibst, umso stärker wird sich die Dehnung bemerkbar machen. Jedoch bedenke, dass unser Ziel liebevoll und sanft die Handgelenke zu mobilisieren ist, geh nie an deine Schmerzgrenzen heran.

Im Vierfüßler stelle die Hände auf die Fingerspitzen auf und fange an die berühmten Katze/Kuh Übungen durchzuführen.

 Wiederhole es ca. 10 mal.

Schüttle die Hände schön aus, kreise ein wenig mit den Handgelenken und stell dich wieder in Vierfüßler Stand auf.

Mach den Rücken rund und drücke dich stark vom Boden ab, aus der Kraft deiner Hände hebe nur die Handfläche vom Boden ab. Ohne die Finger vom Boden zu lösen. Bedenke, dass du die Kraft aus deine Hände holst, nicht aus der Körpermitte. Die Übung fühlt sich anstrengend an, wenn nicht, dann mogelst du und hebst deinen Körper.

Wiederhole es ca. 10 Mal.

Viel Spaß! Und gerne kannst du mir schrieben wie du es findest =)

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Beginne mit Yoga heute

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„Wer neu anfangen will, soll es sofort tun, denn eine überwundene Schwierigkeit vermeidet hundert neue.“ – Konfuzius

Kennt ihr die gängigste Ausreden um mit Yoga nicht zu beginnen? Gibt es noch weitere Vorbehalte? Was sind deine Finten? Ich habe hier einige zusammengefasst und auch gleich darauf geantwortet.

„Ich gehöre zu einer anderen Religion.“

Egal zu welcher Religion du auch immer dich hingezogen fühlst, lebe es aus und genieße es. Yoga hat damit nämlich gar nichts zu tun. Yoga ist eine uralte indische praktische Philosophie, eine Weltanschauung, die dir helfen kann, inneren Frieden zu finden.

„Yoga erfordert tiefere Spiritualität.“

Alles was Yoga erfordert, ist dein Wunsch nach innerer Zufriedenheit. Der Rest ist ausschließlich deine Einstellung und eventuell etwas Angst vor dem Neuen. „Spirit“ bedeutet letztendlich „Geist“, den du genauso besitzt, wie jeder andere. Natürlich wird dein Geist in Yoga beansprucht, so wie bei jeder anderen Tätigkeit. Wusstest du übrigens schon, dass man jede „spirituelle“ Erklärung im Yoga heute mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und Fakten belegen und in einer „nicht spirituelle“ Sprache „übersetzen“ kann?

„Yoga ist nicht meine Sportart.“

Das kann ich gut verstehen, denn Yoga ist kein Sport. Ja, das Teil mit Asanas kommt gut im Körper an, es kräftigt, verleiht dir mehr Flexibilität und löst auch langjährige Blockaden auf. Jedoch Yoga Praxis mit Asanas Praxis zu begrenzen, ist wie zu behaupten, einen Film gesehen zu haben, obwohl man nur den Trailer kennt.

„Ich bin nicht flexibel genug für Yoga.“

Das ist ein Grund damit anzufangen und nicht, um es nicht zu tun. Yoga Praxis ist keinem Leistungsdruck untergeordnet. Wenn du einen Yogi kennst, der das andere Bild vermittelt, dann handelt es sich um einen ehrgeizigen Menschen, der möglicherweise es noch nicht ganz herausgefunden hat, worauf es im Yoga ankommt. Yoga ist kein Ballett, wo man gewisse Voraussetzungen mitbringen sollte.

„Ich bin zu alt für Yoga.“

Yoga kennt keine Altersgrenzen. Denn die Bandbreite der Übungen ist unendlich und kann immer auf dein Alter, sowie andere persönliche Bedürfnisse angepasst werden. Du wirst staunen, aber es macht dich sogar junger!

„Yoga ist eher was für Frauen.“

Zwei Sachen habe ich dazu zu sagen: Erstens, wurde Yoga vor ein Paar Tausend Jahren von Brahmanen – MÄNNERN – praktiziert. Zweitens: Yoga hilft mit der Zeit etwas offenere Einstellungen zu gewinnen und möglicherweise sogar dabei, stereotype Vorurteile abzubauen.

„Schlafen kann ich auch zu Hause.“

Das ist schön! Denn die meisten leiden am Schlafmangel und eine Yogastunde kann diesen Mangel nicht kompensieren. Dass man im Yoga etwas „chillt“ ist ein weit verbreitetes Irrtum. Ich muss dich sogar warnen, aber für Anfänger gilt Savasana (Totenhaltung) am Ende der Stunde, als eine der schwierigsten Asanas schlecht hin.

„Ich bin zu unruhig für Yoga.“

Ist das so? Dann ist Yoga genau das richtige für dich! Yoga – bedeutet „Vereinigung“ und was vereinigt es? Deinen Körper und deinen Geist. Es bringt sie in Einklang und du wirst staunen, wie das Eine das Andere beeinflussen kann.

„Es ist nur ein Trend.“

Ein ganz alter Trend, würde ich dann sagen. Denn die ersten Upanischaden sind 700 v. Chr. datiert und wenn ein Trend so lange anhält, muss was dran sein. Magst du es selbst herausfinden?

„Ich bin kein Veganer oder Vegetarianer.“

Ich auch nicht. Noch nicht. Schon wieder nicht. Ohne Wenn und Aber spielt unsere Ernährung in Yoga eine sehr wichtige Rolle. Die Ernährung spielt im Leben überhaupt eine der wichtigsten Rollen. Soll es dich deswegen abhalten? Nein! Yoga wird deinen Geist und Körper so verändern, dass deine Essgewohnheiten sich von alleine ändern werden, es wird dich keine Mühe kosten, versprochen! Just try it!

Gewiss gibt es noch mehr Vorbehalte, die Menschen davon abhalten, Yoga auszuprobieren. Es ist nur zu menschlich, dass alles Neue oft etwas Angst einjagt, denn es kann die alte schöne Welt erschüttern und darauf basiert unser Alltag. Es gibt uns ein Gefühl der Sicherheit, je vertrauter uns etwas ist. Dennoch ist es wichtig, immer schön neugierig und offen zu bleiben. Es verlängert nicht nur dein Leben, es macht dein Leben erst zum Leben überhaupt.

Redaktion: Melanie Manns

Yoga ist nicht für alle.

Essay

Zweifellos ist Yoga nicht für alle. Trotz allen Bemühungen des Marketings und Popularisierungsstrategien von Yoga im Westen – es ist schlicht und einfach nicht für alle.

Wenn ich von Yoga spreche, dann meine ich auch YOGA – alte indische Philosophie und nicht die armselige Reduktion des Westens. Im Westen nennt man Gymnastik, die von yogische Asana Praxis abgeleitet ist – Yoga. Wie viel hat es damit zu tun? So viel wie eine Plastik Blume mit einem lebendigen Lotus. Es lebt nicht, es duftet nicht, es hat keine Interaktion mit der Umwelt, es sieht lediglich dem echten Lotus nah aus.

Asana Praxis ist so cool, so revolutioniert und nach neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft modifiziert, dass nun wirklich jeder unabhängig vom Alter, Geschlecht und Ausgangslage des körperlichen Fitnesses, sich damit beschäftigen kann. Und jeder wird da Erfolg haben! Egal, ob man das gesamte Wohlbefinden erhalten möchte, Stress reduzieren, beweglicher werden oder letztendlich abnehmen. Aber was hat es mit Yoga zu tun?

Yoga ist eine mega alte Philosophie. Ja, es ist keine Religion, es ist schlicht und einfach eine ethisch-praktische Philosophie, Weltsicht, wenn man so möchte. Der yogische Weg ist anstrengend, lang und kompliziert. Wie viele Menschen kennst du, die sich bewusst für eine anstrengende, lange und komplizierte Reise entscheiden würden? Ah, ja, da war das Wörtchen „bewusst“. Wie viele Menschen kommen dir bewusst vor?

Als ich Yoga für mich entdeckt habe, dachte ich: „Waw – das ist der Schlüssel zur Glückseligkeit, Ich habe die Formel geknackt und jetzt rette ich die Menschheit.“ Ich kam zum Yoga über Buddhismus. Diese wunderschöne Philosophie, die fälschlicherweise als Religion bezeichnet wird, leider schon so massiv pervertiert und unnötig neu interpretiert wurde, dass ich es als vergeblich sah, Menschen es näher zu bringen. Doch ich sah die Begeisterung von Menschen für Yoga. „Ja,“ – dachte ich, „es spielt keine Rolle, wie ein Mensch den Zugang zum Yoga findet. Asana Praxis ist auch ein Zugang.“

In der Tat, körperliche Übungen sind oft ein Zugang zum Yoga. Man fängt an den Körper zu spüren – Achtsamkeit steigt, Man fängt an die Sinne nach innen zu richten – Konzentration erhöht sich. Man lernt Ausdauer, Disziplin und Wille – die Kontrolle über die Gedanken tritt ein. Kaum hat man den Sonnengruß drauf, schon ist man ein Yogi. Also doch für alle? Leider nicht.

Yoga wird dich catchen, sobald du den ersten Yoga-High erlebt hast, wirst du mehr und mehr wollen, und glaube mir, es wird nie aufhören. Deine Prioritäten werden sich verschieben, du wirst immer mehr auf deine Gedanken achten, damit auch auf deine Worte und die Taten. Das Ganze wird unvermeidlich dein Leben verändern. Die Veränderungen werden wie eine Schneelawine eintreten. Kaum hast du dir eine persönliche Yogamatte gekauft, schon stehst du mittendrin in einem Bio Laden und liest die Zutaten auf der Verpackung durch. Kaum hast du das Geld für ein neues Kleidungsstück, schon trägst du neue Leggings, statt unbequemen Jeans. Kaum hast du eine Einladung verweigert, wegen Yoga am nächsten Morgen, schon bist du auf Bali in einem Yoga Retreat. Das wird nie mehr aufhören. All deine Freunde werden sich neue sortieren. Glaubst du, wollen deine Saufkumpeln mit deinem Ingwer-Tee rumhängen? Oder glaubst du, werden dich noch Dior und Co. interessieren, wenn es so viele natürliche, umweltfreundliche und faire Marken gibt?

Doch auf diesen Weg zu kommen, braucht man ein paar Voraussetzungen. Manchmal sind es die Charaktereigenschaften wie Neugierde und Offenheit, die man womöglich hat und wenn ein Umstand mal die Aufmerksamkeit zur yogischen Philosophie lenkt, dann wird man auf der Yogamatte landen. Manchmal sind da gar keine Voraussetzungen in einem drin, aber die Lebensumstände spielen so zusammen, dass man eines Tages sich hinsetzt, tief durchatmet und unbeabsichtigt meditiert. Doch Yoga ist einfach nicht für jeden, sonst hätten wir die Welt voller Liebe, Verständnis, Empathie und Fülle.

Ich mache Yoga fast sieben Jahre, dennoch erst in diesem Jahr habe ich mich zum ersten Mal getraut mich Yogini zu nennen. In einem Review, das ich ab und zu Geschehen lasse, habe ich die umkehrbaren Veränderungen in meinem Leben zusammengefasst und kam zum Schluss – ich bin nun auf dem Weg. Jetzt bin ich auf dem yogischen Weg, bewusst wie schwer, lang und verzweigt er (ist) sein wird. Direkt proportional zu meiner inneren Welt; und meine innere Welt ist breiter und tiefer als jede denkbare Galaxie. Ich merke wie verzweigt und verwickelt alles ist, wie die Welt atmet und ich mittendrin. Ich merke erst jetzt, die Welt ist ich und ich bin die Welt. Alles ist Eins.

Ich habe keinen Drang mehr jemanden retten zu wollen, Erklärungen für die Welt zu liefern oder die wunderbaren friedvollen Philosophien, wie Yoga oder Buddhismus zu teilen, Diese Welt braucht mich nicht, die Welt ist wunderschön so, wie sie ist. Mit all den Menschen, die unglücklich, ungesund, fett, arm, voller Leiden, Borniertheit, Sturheit und Blödheit sind. Es ist genau so, wie es sein soll. Es ist absolut logisch, dass Yoga nicht für jeden ist.

Herzlichen Dank für das Bild http://www.yongsubi.com