Der Weg des Kriegers [der Weg der Liebe]

Der Weg des Kriegers ist traurig, einsam und schwer. Trotz seiner Angehörigkeit zur Truppe ist er in jedem Augenblick der Entscheidung auf sich allein gestellt. Jede Tat wirft seine Konsequenzen auf ihn zurück, jede Handlung ist sein Karma.

Krieger zu sein impliziert einen Kampf zu führen. Wer führt ihn nicht? Wer von uns ist kein Krieger? Sind wir in derselben Truppe? Gegen wen oder wofür führen wir den Krieg?

Man meine, wir alle haben dieselben Hürden und Herausforderungen zu meistern. Wir alle wollen dasselbe: geliebt, anerkannt, wahrgenommen zu werden. Wir wollen glücklich, gesund und zufrieden sein. Wo ist das Problem? Bekriegen wir nicht immer dieselben Dämonen, die uns im Wege stehen? Wohl nicht. Außerdem bedienen wir uns sehr unterschiedlichen Methoden, tragen bunte Rüstungen und allerlei verschiedene Waffen.

Ich sah meinen Weg auch als ein Weg des Kriegers. Ich sah sogar den Weg des Yoga als ein Weg des Kriegers. Ich war stolz meine Dämonen besiegt zu haben, auch wenn nicht alle, aber ein Paar Herden habe ich da schon umgelegt. Das Krieger Metapher ist sehr weit verbreitet und wer sich mit yogischen Philosophie beschäftigt, kommt nicht um das Buch der Bücher für Hindus „Bhagavad Gita“ herum. Das Buch hat auch mich für eine Weile inspiriert. Es handelt über einen Krieger, der einem Gott begegnet. Sie führen eine ausgiebige Unterhaltung, die sich sowohl um die eigene Mission dreht, als auch um die Interaktion mit anderen und der Weltordnung. Ein Buch, das man sehr wohl gelesen haben soll.

Doch ich sehe mich nicht mehr als eine Kriegerin. Es war keine bewusste Entscheidung, es ist vielmehr eine Folge vieler Entscheidungen gewesen. Ich merke immer wieder, dass die Selbstentwicklung nie spontan stattfinden kann. Die Erleuchtung passiert einem sehr wohl, jedoch nicht plötzlich. Jede Erkenntnis wird Schritt für Schritt integriert, bis es zum Bestandteil deiner Selbst wird. Manche Erkenntnisse werden verworfen, andere sind leicht zu integrieren, da sie wie ein Stück Puzzle gefehlt haben.

Ich bin keine Kriegerin. Inzwischen bin ich der Meinung, dass es nichts zu bekriegen gibt. Auch die inneren Dämonen. Sie sollte man zähmen, sie sollte man lieben, pflegen und schätzen. Sie sind alle Engel, nur weil du selbst mit denen nicht zur Recht kommst, oder ihre Hilfe nicht zu schätzen weißt, heißt es nicht, dass sie böse sind. Es heißt nicht, dass du etwas eliminieren solltest um glücklich zu sein, schau was dir fehlt. Und das fehlende Teil findest du immer in dir selbst. Mit wem bekriegst du dich? Mit dir selbst?

Ja, du führst einen Krieg mit dir selbst, auch wenn du glaubst es sei nicht dein Krieg. Auch wenn du (noch) glaubst, dass es keine Wahl gibt, oder dass du nicht anders kannst. Auch wenn du (noch) glaubst es sei ein Krieg gegen jemand anderen. Doch im Krieg gibt es keine Gewinner. Welche Schlacht war jemals ohne Opfer? Was opferst du, wenn du deine Dämonen besiegst? Somit verlierst du ein Teil von dir. Es gibt keine hellen und dunklen Seiten, es sind schließlich Missverständnisse, die auf eingeprägtem Wertesystem beruhen.

Für Liebe kämpft man. Für Frieden kämpft man. Doch dort wo Krieg herrscht, gibt es keine Liebe, gibt es kein Frieden. Lege die Waffen nieder, die Ängste leiten dich. Gebe die Ängste ab und du wirst sehen was übrig bleibt – Liebe. Erfüllt mit Liebe wirst du deinen Frieden finden. Erhöhe dein Bewusstsein, mit Liebe, durch Liebe und für Liebe. Krieg ist ein enormer energetischer Aufwand, indem die Energie verloren und verschwinden wird, es kann nichts schöpfen, nur erschöpfen.

Der Weg des Kriegers ist traurig, weil zu jedem vermeintlichen Sieg auch eine Niederlage gehört. Der Weg des Kriegers ist einsam, weil er am Ende immer allein sein Schlachtfeld verlassen wird. Der Weg des Kriegers ist schwer, weil es unerträglich wird nicht ganz zu sein. Kein Krieger ist ganz. Um die Ganzheit zu erfahren, muss man alle Waffen ablegen und voller Vertrauen, nackt ohne jegliche Rüstung vor sich selbst stehen. Das Göttliche in sich zu würdigen und es in Strahlen der Liebe zum Vorschein kommen zu lassen.

Ich habe keinen Krieg zu führen. Mein Weg ist der Weg der Liebe.

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