Wachstumsschub

„Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern.“ – Rumi

Das ist die Essenz meiner vergangenen Krise.

Es fiel alles wie ein Dach über mich zusammen, und es erstand beinah ein Dachschaden. Ich bin von all den Ereignissen um mich herum einfach nur durchgedreht. Es war schlicht und einfach zu viel. Es war nicht nur ein ununterbrochener Nachrichtenflut und zu viele abgedrehte Verschwörungstheorien, es waren Menschen. Menschen, die ich kannte, dachte ich. Menschen die einfach genauso abgedreht gewesen sind, wie die Welt. Von gestern auf heute musste man sich neuen Umständen anpassen und das tat ich. Das taten die meisten. Was uns in solchen Situationen entgleitet, ist das Zwischenmenschliche. Ja, darüber habe ich bereits geschrieben und ich wusste, es kommt eine Überraschungswelle auf mich zu.

Ja, abgecutet von der Familie bin ich, seit ich in Deutschland lebe. Doch jetzt sollte nach zwei Jahren ein ersehntes Wiedersehen mit meiner Schwester stattfinden. Abgeschrieben.

Ja, Urlaube kann man nachholen, doch wenn man schon dafür geistig und körperlich bereit war, weil es an der Zeit ist sich Ruhe zu gönnen, stützte ich mich noch mehr über Kopf in die Arbeit. In neue Arbeit, übrigens. In Online-Schulungen, von heute auf morgen. Es ist noch mal eine andere Hausnummer, als Online Yoga Kurse zu geben. Besonders, wenn du dafür weder gebrieft wirst, noch einen Plan der Vorgehensweise bekommst.

Mein Nachbar hat unwissentlich meinen Kater über Nacht in seiner Garage eingesperrt und wissentlich hat sich geweigert ihn da raus zu holen. Die Polizei konnte mir nicht helfen. Aber die Polizei kommt gerne vorbei, wenn jemand zu laut ist. Am nächsten Morgen, nach einer schlaflosen Nacht, gefüllt mit Meditation und Weinen, habe ich Katerchen mit der Feuerwehr aus der Garage befreit. Die Feuerwehr hat lange am Telefon meine Aussage angezweifelt. Ob es daran liegt, dass Menschen so was nicht tun?

Ah ja, da war noch eine kranke Liebe! Die mir schon längere Zeit meine Energie und Ruhe stielt. Es war schon lange an der Zeit sich davon zu befreien. Schade, dass ich immer noch nicht entdeckt habe, wo der Knopf „Los lassen JETZT und für IMMER“ sich befindet.

Selbständigkeit. Es ist selbst und ständig. Aber hey, jetzt auf einmal, musste ich, wie Millionen andere Menschen auf der Erde einfach ins Nichts blicken und voller Zuversicht eingesperrt zu Hause bleiben.

Also, überflutet mit Gefühlen und Gedanken, begleitet von mangelnden Zeit, habe ich einen Break Down gehabt. Keine sozialen Netzwerke. Keine Kontakte in echt, das war sowieso von der Regierung empfohlen. Also habe ich nach innen geblickt. Ich habe meine Gefühle wahrgenommen und erlaubt ihnen zu sein. Ich habe sie beobachtet. Ich habe meine Gedanken sortiert. Ich habe Menschen sortiert und denen erlaubt Menschen zu sein. Mit ihren Schwächen und Stärken. Ich habe Mir erlaubt ein Mensch zu sein mit der Schwäche an Menschen zu glauben, und meine übermäßige Empathie zu meiner Stärke gemacht.

Stille hat mich getragen. Kreativität hat mich entfaltet. Meditation hat mich geerdet. Schlaf hat mich geheilt. Und hier bin ich – ich möchte nicht mehr die Welt verändern. Damit war ich in die Yoga Szene entschlossen vor vier Jahren gekommen. Ich möchte mich ändern. Ich ändere mich und das tat ich schon immer, aber vermutlich noch nie so bewusst wie jetzt. Hier bin ich, Viktoria 2.0

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ich hatte von heute auf morgen deine Beiträge auf Instagram vermisst und mir fast gedacht, dass so etwas ähnliches in dir vorgeht. Ich kann dein Denken sehr gut nachvollziehen. Auch mir geht es so ähnlich momentan. Schön das du deine Gefühle und Gedanken zu Wort bringst, so fühlt man sich mit seinem Denken nicht alleine, es gibt andere Menschen die genauso erleben.

    1. Viktoria Rotermel sagt:

      Hallo liebe Christine! Danke für deine liebe Worte! Es ist wirklich ermutigend zu wissen, dass andere ähnliche Krisen durchleben. Eine sehr spannende Wende! <3
      Höre dir genau zu und achte auf dich! In dem Trubel der Ereignisse geht man leicht verloren…

      1. Es ein permanentes Auf und Ab. Es gibt Tage da denkst du , es wird alles gut, die Wandlung ist vollzogen und am nächsten Tag ziehen diese schwarzen Gedanken wieder durch den Kopf. Ich schicke dir auch viel Kraft und liebe Grüße 💕

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