Dankbarkeit – Liebeserklärung an das Leben.

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ – Francis Bacon

Dankbarkeit hat jeder schon, sowohl selbst, als auch es von einem anderen erfahren. Es ist ein positives Gefühl, eine Empfindung des Dankes gegenüber einem Objekt, einer Situation oder einer Handlung. Es unterscheidet sich vom negativen Gefühl der Dankesschuld, indem man es in sich entstehen spürt, ohne den Zwang jemandem was Gutes tun zu müssen um seine Schuld zu begleiten.

Alle Weltreligionen vereint die Dankbarkeit. Dem Gläubigen wird es immer wieder klar gemacht, dass er in sich die Dankbarkeit gegenüber seinem Gott empfinden soll und diese auch Leben lang erhalten; in seinen Alltag integrieren. In Philosophien steht Dankbarkeit als einer der wichtigsten moralischen Aspekte, die immer wieder ins Licht rückt, sobald es um grundlegende ethische Fragen geht. Positive Psychologie beschäftigt sich seit neuestem mit dem Thema und liefert interessante Ergebnisse bezüglich des Verhaltens und Empfindens der Probanden.

Dankbarkeit hat offenbar eine der stärksten Beziehungen zur psychischen Gesundheit von allen Charakterzügen. Es erzeugt ein stärkeres Gefühl des Wohlbefindens, als alle anderen Gefühle. Dank ihr sind dankbare Menschen viel hilfsbereiter und offener für die anderen. Außerdem ist man wesentlich zufriedener, glücklicher und hat größeres Selbstwertgefühl.

Frage dich bitte: Wann warst du das letzte Mal dankbar? Wofür? Wann hast du die Dankbarkeit von jemandem erwartet? Warum? Was hat dies konkret mit dir zu tun? Weißt du vielleicht nicht wofür du dankbar sein kannst?

„Freude ist eine Fähigkeit, in der wir uns üben sollten.“ – Dalai Lama

Dankbarkeit ist der direkter Weg für das Empfinden der Freude und hier stellt sich die Frage: wie kultiviere ich dieses Gefühl? Leider es ist ein recht flüchtiges Gefühl, das oft als eine Reaktion auf eine Handlung oder auf einen sich ergebenen Umstand erlebt wird. So wird man für seine Gesundheit erst dann dankbar, wenn man sich nach langer Krankheit erholt hat. So schätzt man seinen Partner, erst wenn man diesen verloren hat. So weiß man, welch Glück war es in Deutschland zu leben, erst wenn man XY-Land besucht hat. So weiß man dankbar für das saubere immer verfügbare Wasser oder den Elektrizität zu sein, wenn man erst es abgestellt bekommt. Es gibt tausend Gründe in jedem Augenblick dankbar zu sein. Zunächst kannst du dafür danken, dass du gerade dies hier liest, was bedeutet, du bist in Sicherheit, hast einen freien Zugang ins Netz und deine Augen scheinen gut zu funktionieren. Dann sieh dich doch um, all die Güter um dich, all das was du gerade an hast, all das was du bereits heute gegessen und getrunken hast, all das, was du heute noch vorhast – ist das nicht der Grund dankbar zu sein? Dass du in dem Augenblick noch am Leben bist – das größte Geschenk aller Zeiten! Sei dankbar.

Wenn du aber konkrete Praxistipps zur Kultivierung der Dankbarkeit brauchst, dann kann ich dir ein Paar nennen.

Meditiere. Es gibt viele Möglichkeiten über die Dankbarkeit zu meditieren. Einer meiner Lieblings Meditationen ist Japa-Meditation. Nimm zum Beispiel Mala (buddhistische, hinduistische, yogische Gebetskette mit 108 Perlen) in die Hand, setze dich aufrecht und bequem hin und fange an in Gedanken, oder noch besser laut auszusprechen, wofür du im Augenblick dankbar bist. Du kannst alle 108-male deinem Körper danken, zähl einfach all seine Teile auf und danke ihm, dass er seine Funktionen erfüllt. Du kannst 108 Menschen aufzählen, glaub mir, es ist viel leichter, als du vermutlich dir jetzt vorstellst. Du kannst einfaches Brainstorming machen und danken für all das, was dir gerade einfällt. Oder meditiere mit dem Mantra: „Ich habe nicht alles, was ich mir wünsche, aber ich liebe alles was ich habe, und bin dankbar für diesen Reichtum.“

Abendsritual. Mach dir zur Gewohnheit, vor dem Schlaf durch den Tag in Gedanken zu gehen und für all das was dir geschah und nicht geschah, dankbar zu sein. Wenn du es intensiver erleben möchtest, führe ein Tagebuch der Danksagung und schreibe es dir auf.

Schreibe Dankesbriefe. Es ist ein ähnlicher Effekt, wie wenn du das Verzeihen praktizierst, nur hier erzeugst du bewusst ein positives Gefühl, ohne etwas los lassen und verarbeiten zu müssen. Suche dir ein Ereignis oder einen Menschen aus und schreibe ihm ein Brief in dem du ausführlich dich bedankst. Schreibe ab und zu so ein Brief an dich selbst – es steigert die Liebe zu sich selbst und das Selbstwertgefühl.

Solltest du dir die Frage stellen, wem soll ich dankbar sein? Danke deinem Gott, danke dem Universum, dem Chaos, dem Zufall, den Eltern, der Evolution, danke DIR. Wem du dankst ist sekundär, viel wichtiger ist immer wieder dieses Gefühl in sich hervorzurufen, bis es zu einer Gewohnheit wird bzw. deine Gedankenmuster in die Richtung sich verfestigt haben.

Die Dankbarkeit öffnet dir die Möglichkeit weniger zu grübeln und darüber zu nörgeln, wie es alles sein könnte oder sollte, und hilft dir vielmehr dich auf deiner Gegenwärtigkeit zu fokussieren, dies zu genießen, was bereits ist. Es senkt deine Habgier, indem du dich damit zufrieden stellst, was du bereits hast. Es hilft dir deine Mitmenschen mehr zu schätzen und macht dich damit diesen Menschen gegenüber sanfter, freundlicher und gutmütiger, was selbstverständlich von den Mitmenschen bemerkt wird und du wirst überrascht sein, wieviel Güte du zurück bekommst. Letztendlich wird es sogar deine Achtsamkeit steigern, indem du die kleinen Dinge im Leben zu schätzen und dich darüber öfter zu freuen lernst. Du veränderst die Welt damit. Deine Welt und unsere Welt.

„Wenn du denkst, du seist zu klein um die Welt zu verändern, versuche in einem Zimmer mit kleiner Mücke einzuschlafen.“ – Dalai Lama

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