Über das Lächeln und die Täuschung.

‚Smile and the world smiles back“ – sage ich öfter. Was aber wirklich zurück lächelt ist unser Gehirn. Hormone. Nichts weiter. Durch jeder Asana kommt man leichter dank einem Lächeln. Denn für das Gehirn macht es gar kein Unterschied ob wir etwas erleben, träumen oder vorstellen. All die Prozesse auf bio-chemische Ebene verlaufen gleich. So braucht man nur eine Minute seine Mundwinkel hochzuheben und die Wirkung lässt nicht lange auf sich warten. Auf einmal wird es leichter und die Laune wird besser. Ist das Selbsttäuschung?

Bevor ich die Frage zur Selbsttäuschung beantworte, möchte ich noch darauf hinweisen, dass das Gefühl der Liebe auch stark an Hormonen verknüpft ist. Das Gefühl des Hungers ebenso. Dass wir abends zur Traurigkeit bzw. Melancholie mehr als morgens neigen – auch. Hormone. Sie sind überall und ständig im Spiel. Kann man sie beherrschen? Fragt mal eine Frau kurz vor ihrer Periode.

Ist die Liebe Selbsttäuschung? Neulich war der Tag der Liebe – Valentine’s Day. Ich habe mich gefragt was wirklich die Menschen feiern? Ich suche nach der Liebe, wie sie im besten Fall aussehen sollte – ohne Eifersucht, Besitzergreifung, Scham; mit Akzeptanz, Vertrauen und Würde. Ich finde sie nirgendwo. Ich halte Ausschau danach auch in meinem Inneren. Auch dort gibt es sie leider nicht. Ich bemühe mich all die unnötigen Qualitäten abzulegen und andere zu erwerben, ich bin auf dem Weg, aber noch habe ich sie so nicht erfahren. Menschen feiern Zuneigung. Dies ist keine Liebe. Zuneigung ist keine Täuschung, jedoch dies als Liebe zu bezeichnen – durchaus eine.

Ist der Hunger Selbsttäuschung? Man meine wohl kaum. Doch man kann sich die Gewohnheit aneignen den Stress durch das Essen zu bewältigen. Bald wird man üppiger. Man kann sich auch aneignen das Hungergefühl zu unterdrücken und bald wird man ungesund schlanker. Und so abends, wenn das Melatonin vermehrt produziert wird, damit du besser schlafen kannst, senkt der Dopaminspiegel, was wiederum zu etwas Traurigkeit führt, gehst du zum Kühlschrank und stopfst dich womit auch immer, was du als Snack bezeichnest, mit dem Glaube – es sei ein Hungergefühl. Was du wirklich tust – erhöhst dein Dopaminspiegel. Was ehrlich gesagt vor dem Schlaf etwas kontraproduktiv sein kann. Du täuschst dich.

Vor langer Zeit stellte ich die Theorie auf, dass all die Kriege der Welt aus dem unausgeglichenen Hormonhaushalt der Menschen, die gerade zufällig was zu sagen hatten, entstanden. Heute glaube ich immer noch daran. Man meine es macht uns Menschen aus – die Emotionen. Ich meine – uns macht der Verstand aus. „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ – bat Kant die Menschheit. Ah, was Kant! Die ganze Lehre des Buddhismus appelliert letztendlich zum Menschenvernunft. Zügel deine Gedanken (die auch überwiegend durch Hormone beeinflusst werden), sie beeinflussen deine Intentionen, aus diesen werden die Handlungen vollzogen. Was tun die Menschen? Leben in ihren Automatismen, in ihren Gewohnheiten. Rechtfertigen dies mit Wörtern wie Charakterzug oder Natur. Scheuen sich vor der Verantwortung. Täuschen sich.

Auf dem Weg zu deiner Glückseligkeit, lächle. Dein Inneres wird zurück lächeln. Täusche dich mit dem Lächeln, du wirst nicht enttäuscht sein.

Bild: Melanie Manns

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